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title: "Sudan: Hilfsorganisationen fordern Schutz der bevorstehenden Ernten"
description: "Acht internationale Hilfsorganisationen, darunter das Norwegian Refugee Council (NRC), warnen angesichts der zunehmenden Kämpfe im Sudan und dem drohenden Super El-Nino vor den Folgen eines Ernteausfalls. Ein Ausfall der Ernte könnte die ohnehin katastrophale Versorgungslage im kommenden Jahr erheblich verschlimmern und die Hungerkrise weiter verschärfen."
url: "https://www.nrc-hilft.de/beitrag/2026/sudan-hilfsorganisationen-fordern-schutz-der-bevorstehenden-ernten"
language: "de"
published: "2026-10-14T12:49:53Z"
modified: "2026-10-14T12:49:53Z"
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Dahab Ismail steht inmitten ihres weitläufigen Weizenfeldes in Al Ghazala, Kosti, im Bundesstaat Weißer Nil im Sudan. Foto: Noory Taha/NRC

# Sudan: Hilfsorganisationen fordern Schutz der bevorstehenden Ernten

Acht internationale Hilfsorganisationen, darunter das Norwegian Refugee Council (NRC), warnen angesichts der zunehmenden Kämpfe im Sudan und dem drohenden Super El-Nino vor den Folgen eines Ernteausfalls. Ein Ausfall der Ernte könnte die ohnehin katastrophale Versorgungslage im kommenden Jahr erheblich verschlimmern und die Hungerkrise weiter verschärfen.

Pressemitteilung

[Sudan](https://www.nrc-hilft.de/thema?categoryId=105)

Veröffentlicht 14. Okt. 2026

Die im Sudan arbeitenden Hilfsorganisationen fordern in einem gemeinsamen Appell die Konfliktparteien im Sudan sowie nationale und internationale politische Entscheidungsträger dazu auf, die bevorstehenden Ernten besser zu schützen. Landwirt\*innen brauchen sicheren Zugang zu ihrem Ackerland, sicheren Transport von Nahrungsmitteln und Zugang zu Märkten.

Der Sudan erlebt nach Einschätzung der Vereinten Nationen eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Mehr als 33 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 29 Millionen Menschen leiden derzeit unter akuter Ernährungsunsicherheit. In mehreren Landesteilen wurde in den vergangenen zwei Jahren wiederholt Hungersnot festgestellt oder das Risiko einer Hungersnot dokumentiert. Gleichzeitig bedrohen anhaltende Kämpfe, Vertreibung, unregelmäßige Niederschläge und zunehmende Dürrebedingungen die diesjährige Ernte.

„Landwirt\*innen im Sudan beweisen Tag für Tag ihre Standfestigkeit, indem sie ihre Felder trotz aller Herausforderungen weiter bewirtschaften. Schließlich sind Familien ohne Lebensmittel schutzlos dem Hunger ausgeliefert. Doch zu welchem Preis und wie lange können die Menschen dem noch standhalten?“, so Maike Röttger, Geschäftsführerin von NRC Deutschland.

Trotz Gewalt und Unsicherheit haben viele Bauernfamilien in Darfur, Kordofan, Blue Nile und anderen betroffenen Regionen ihre Felder bestellt. Doch Angriffe auf Straßen, Märkte, Wassersysteme und andere wichtige Infrastruktur gefährden die Nahrungsmittelproduktion und den Handel. Hinzu kommen steigende Lebensmittelpreise, Inflation und die Abwertung der Landeswährung.

Die Organisationen würdigen den außergewöhnlichen Einsatz lokaler Gemeinschaften, Bauernverbände, Frauengruppen und zivilgesellschaftlicher Helferinnen und Helfer, die unter schwierigsten Bedingungen weiterhin zur Ernährungssicherung beitragen. Sie fordern:

- den Schutz von Zivilpersonen und lebenswichtiger Infrastruktur,
- sicheren Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und Märkten,
- den ungehinderten Transport von Lebensmitteln, Handelsgütern sowie uneingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe,
- verstärkte diplomatische Bemühungen zum Schutz der Erntesaison von Oktober bis Januar,
- sowie ausreichende Investitionen in lokale Ernährungssysteme und Existenzsicherung.

**Deutscher Beitrag gefragt**

Bei der internationalen Berliner Sudan-Konferenz im April 2026 kündigte die Bundesregierung zusätzliche Mittel für die humanitäre Hilfe in Höhe von 230 Mio. Euro an und stellte weitere diplomatische Anstrengungen zur Förderung eines Waffenstillstands und einer politischen Lösung in Aussicht. Die aus der Konferenz hervorgegangenen “Berliner Prinzipien”, die auch von wichtigen Unterstützerländern der Konfliktparteien mitgetragen wurden, müssen nun umgesetzt werden!

„Die Menschen im Sudan dürfen nicht im Stich gelassen werden. Die internationale Gemeinschaft muss alles in ihrer Macht Stehende tun, damit weniger Familien hungern“, so NRC.

**Hinweise für Redaktionen:**

Der gemeinsame Aufruf wurde veröffentlicht von **Action Against Hunger, CARE International, Danish Refugee Council, International Rescue Committee, Mercy Corps, Norwegian Refugee Council, World Vision** sowie Partnern des **Sudan Food Security and Livelihoods (FSL) Cluster**.

**Für weitere Informationen oder um ein Interview zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an:**

- Zoe-Marie Lodzik, Communication Adviser, NRC Deutschland: [zoemarie.lodzik@nrc-hilft.de](mailto:zoemarie.lodzik@nrc-hilft.de), +49 151 578 60663
- NRC Norwegian Refugee Council weltweite Medien-Hotline: [media@nrc.no](mailto:media@nrc.no), +47 905 62 329
