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title: "Sie floh aus einer der gefährlichsten Städte der Welt"
description: "Mariam und ihre Familie schafften es, aus ihrem Haus in Mogadischu zu entkommen, bevor es von Granaten getroffen wurde. Nach dem Angriff flohen sie nach Bosaso, wo sie sich nun zum ersten Mal seit vielen Jahren sicher fühlen."
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published: "2020-05-18T14:36:39Z"
modified: "2020-05-18T14:36:39Z"
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![In September 2019, Mariam Farah Hussein, her husband and seven children fled Mogadishu for Bosaso, on Somalia's northern coastline. The family left their home during shelling on their neighbourhood that subsequently hit and destroyed their home completely. “I lived in constant fear. There were a lot of explosions every day. People were killed every day, murdered – anything could happen. Because of this fear we decided to flee.” “We have seen a lot of problems. When I left my home, it was hit by bombs. I suffered when I was travelling. After I arrived here, I forgot all my problems and fears. I feel safe.” Photo: Ingrid Prestetun/NRC](https://www.nrc-hilft.de/globalassets/images/countries/somalia/she-fled-from-mogadishu/somalia-edit-8.jpg)

Somalia

# Sie floh aus einer der gefährlichsten Städte der Welt

Eirik Christophersen Veröffentlicht 18. Mai 2020

[Somalia](https://www.nrc-hilft.de/thema?categoryId=102) [Klimawandel](https://www.nrc-hilft.de/thema?categoryId=141) [Interne Vertreibung](https://www.nrc-hilft.de/thema?categoryId=156)

Mariam und ihre Familie schafften es, aus ihrem Haus in Mogadischu zu entkommen, bevor es von Granaten zerstört wurde. Foto: Ingrid Prestetun/NRC

Dieser Artikel wurde erstmals vor mehr als 6 Jahren veröffentlicht

Mariam und ihre Familie schafften es, aus ihrem Haus in Mogadischu zu entkommen, bevor es von Granaten getroffen wurde. Nach dem Angriff flohen sie nach Bosaso, wo sie sich nun zum ersten Mal seit vielen Jahren sicher fühlen.

Wir trafen Mariam Farah Hussein, 40, und ihre Familie im September 2019, zwei Wochen nach ihrer Ankunft in Bosaso im Norden Somalias. Sie erzählte uns, dass die Gegend, in der sie gelebt haben, mit Granatwerfern angegriffen wurde. Sie schafften es knapp, sich in Sicherheit zu bringen, bevor das Haus komplett zerstört wurde.

Die Familie begab sich auf eine lange, anstrengende Reise in den Norden des Landes. Freunde der Familie waren schon zuvor nach Bosaso geflohen und überzeugten Mariam und ihre Familie, dasselbe zu tun. Sie überließen ihnen ein Zimmer in ihrem provisorischen Haus in einem Flüchtlingslager.

![Mogadischu von oben. Foto: Ingrid Prestetun/NRC ](https://www.nrc-hilft.de/globalassets/images/countries/somalia/she-fled-from-mogadishu/_9190346.jpg)

Mogadischu wird seit fast 30 Jahren von Krieg und Konflikten heimgesucht. Die bewaffnete Gruppe Al Shabaab verübt in der Hauptstadt häufig Angriffe auf Regierungsbehörden, bei denen die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird. Niemand kann sich sicher fühlen. Als wir Mogadischu im Herbst 2019 besuchten, gab es tagtäglich Berichte von Angriffen in der Hauptstadt. Im Dezember wurden bei einem der [blutigsten Angriffe der letzten Jahre](https://apnews.com/6f7839c0cff441bee9beef6ac2264519) mindestens 78 Menschen getötet und mindestens 125 verletzt.

## **2019 wurden fast 700.000 Menschen vertrieben**

Im Jahr 2019 flohen in Somalia 188.000 Menschen vor der Gewalt und dem Konflikt aus ihrer Heimat, so die [jüngsten Zahlen des Internal Displacement Monitoring Centres von NRC Flüchtlingshilfe](https://www.internal-displacement.org/countries/somalia). Weitere 479.000 wurden infolge von Dürren oder Überschwemmungen zur Flucht gezwungen. Insgesamt wurden 2,6 Millionen Somalierinnen und Somalier im eigenen Land vertrieben, womit Somalia zu den Ländern mit den meisten Binnenflüchtlingen der Welt zählt.

![Die jahrelange Dürre hat diese öde Landschaft noch weiter ausgetrocknet. Foto: Ingrid Prestetun/NRC ](https://www.nrc-hilft.de/globalassets/images/countries/somalia/she-fled-from-mogadishu/_9120105.jpg)

Die Folge ist ein enormer humanitärer Bedarf. Eine große Anzahl Menschen ist wegen der langjährigen Dürre in städtische Gebiete geflohen und viele von ihnen kommen in das Lager, in dem auch Mariam und ihre Familie Zuflucht gefunden haben. Es gibt selten genug humanitäre Hilfe und die wenigen verfügbaren Jobs sind hart umkämpft.

## **Probleme, die Kinder zur Schule zur schicken**

Mariam arbeitet gelegentlich als Reinigungskraft. Daneben sammelt sie jeden verwertbaren Abfall und verkauft ihn. Ihr Ehemann Abdikadir hat keine Arbeit. Ohne Einkommen können die Kinder keine Schule besuchen. Mariam brachte ihre Kinder zur Schule, aber sie wurden weggeschickt, weil sie keine Schuluniform hatten.

![Mariam und ihre sieben Kinder in ihrem neuen Zuhause in Bosaso. Foto: Ingrid Prestetun/NRC ](https://www.nrc-hilft.de/globalassets/images/countries/somalia/she-fled-from-mogadishu/_9130398.jpg)

„Ich möchte, dass meine Kinder zur Schule gehen, aber ich konnte mir die Schuluniformen bisher noch nicht leisten. Ich hoffe, dass wir etwas Unterstützung bekommen, damit sie zur Schule gehen können. Wenn nicht, spare ich, soviel ich kann, damit sie nach und nach alle gehen können. Aber es wird lange dauern, bis ich mir für alle eine Uniform leisten kann“, sagt sie.

## **Endlich in Sicherheit**

Obwohl Mariam, ihr Mann und ihre sieben Kinder seit der Flucht aus ihrer Heimat Mogadischu kein leichtes Leben haben, zweifelt sie nicht daran, dass die Entscheidung richtig war.

„Wenn die Kinder zur Schule gingen, hatte ich Angst, dass sie bei Bombenangriffen verletzt werden könnten“, erinnert sie sich. „Wenn mein Mann zur Arbeit ging, machte ich mir Sorgen um ihn. Und wenn ich zum Markt ging, hatte ich Angst, selbst angegriffen zu werden.“

![Mariam fühlt sich in ihrem neuen Zuhause nun endlich sicher. Foto: Ingrid Prestetun/NRC ](https://www.nrc-hilft.de/globalassets/images/countries/somalia/she-fled-from-mogadishu/_9130403.jpg)

Seit ihrer Ankunft in Bosaso hat sie zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Angst mehr.

„Jetzt kann ich mich endlich sicher fühlen. In Mogadischu lebte ich in ständiger Angst. Jeden Tag gab es Bombenangriffe. Jeden Tag kamen Menschen ums Leben. Wir flohen, weil wir Angst hatten“, schließt sie.

[Lesen Sie mehr über unsere Arbeit in Somalia.](https://www.nrc-hilft.de/wo-wir-arbeiten/afrika1/unsere-arbeit-in-somalia)
