Lesen Beschriftung Foto: Sandra Calligaro/NRC Flüchtlingshilfe

NRC Flüchtlingshilfe in Afghanistan

Bewaffnete Konflikte und Katastrophen bedrohen Afghanistan und seine Zivilbevölkerung. Während das Land um den Wiederaufbau kämpft, ist NRC Flüchtlingshilfe vor Ort und hilft.

Die humanitäre Lage 

Der seit 40 Jahren bestehende Konflikt hat in Afghanistan tiefe Spuren hinterlassen und tut es bis heute. Die Zahl der Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur sowie der Vertreibungen, die mit dem Konflikt in Zusammenhang stehen, ist trotz der laufenden innerafghanischen Verhandlungen nach wie vor hoch. In der ersten Hälfte des Jahres 2020 wurden nahezu 3.500 Todesopfer unter der Zivilbevölkerung dokumentiert, nachdem 2019 ein historischer Höchstwert erreicht wurde. Im Jahr 2020 wurden über 200.000 Menschen durch den Konflikt und weitere 110.000 durch Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertrieben. Hinzu kommen die 4,1 Millionen Menschen, die insgesamt seit 2012 vertrieben wurden, von denen viele nicht die Absicht haben zurückzukehren.

Vor diesem Hintergrund kehren Hunderttausende Afghaninnen und Afghanen jedes Jahr spontan zurück oder werden zur Rückkehr gezwungen. Nach der Rückkehr werden die Menschen jedoch de facto oft zu Vertriebenen im eigenen Land, da der Konflikt und der Verlust von Sozialstrukturen sie daran hindern, in ihre Heimatregion zurückzukehren.

Afghanistan ist für humanitäre Hilfskräfte nach wie vor eins der gefährlichsten Länder der Welt und Hilfsmaßnahmen werden weiterhin durch Zugangsbeschränkungen behindert. Trotz des hohen Bedarfs, der durch die Covid-19-Pandemie weiter zugenommen hat, ist der Humanitarian Response Plan (HRP – „Humanitärer Reaktionsplan“) nach wie vor stark unterfinanziert.

Geschichtlicher Überblick
  • 1978-1989: Marxistische Revolution, Sowjetische Invasion und Besetzung
  • 1989-1992: Erster Bürgerkrieg
  • 1992-1996: Zweiter Bürgerkrieg
  • 1996-2001: Machtergreifung der Taliban und dritter Bürgerkrieg
  • 2002-heute: Krieg mit internationaler Invasion und Besetzung

Der Einsatz von NRC Flüchtlingshilfe

NRC Flüchtlingshilfe Afghanistan setzt sich dafür ein, gefährdete Frauen, Mädchen, Jungen und Männer zu schützen und zu unterstützen, die durch den Konflikt vertrieben wurden, und/oder sich in schwer zugänglichen Gebieten befinden. NRC Flüchtlingshilfe leistet Hilfe, um akuten humanitären Bedarf zu decken, weitere Vertreibung zu verhindern und zu dauerhaften Lösungen beizutragen. NRC Flüchtlingshilfe ist in 15 Provinzen im ganzen Land vor Ort und verfügt über mobile Teams, die benachbarte Gebiete versorgen. Wir setzen Programme in allen unseren Kernkompetenzbereichen um, einschließlich Schutz und Interessenvertretung, und verfügen über ein Nothilfeteam zur Unterstützung der Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit.

Für weitere Informationen über unsere Arbeit, besuchen Sie bitte unsere internationale Webseite.

NRC Flüchtlingshilfe Afghanistan ist dankbar für die großzügige Unterstützung durch unsere Geber

Norwegisches Außenministerium (NMFA)

Schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Sida)

Norwegisches Direktorat für Entwicklungszusammenarbeit (Norad)

Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten - Gemeinsamer humanitärer Fonds (OCHA CHF)

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO)

Dänische Behörde für internationale Entwicklungsarbeit (Danida)

Außenministerium Niederlande (BZ)

Büro des US-Außenministeriums für Bevölkerung, Flüchtlinge und Migration (BPRM)

Außenministerium des Vereinigten Königreichs (FCDO)

Schweizer Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit (SDC)

PATRIP Foundation

Generaldirektion für Entwicklung und Zusammenarbeit der Europäischen Kommission (DEVCO)