In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) wurden inzwischen mehr als 10.000 Ebola-Fälle im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch des Bundibugyo-Virus bestätigt. Der Ausbruch erstreckt sich über acht Provinzen des Landes und stellt eine enorme Belastung für die betroffenen Gemeinden dar. Derzeit konzentriert sich die Epidemie auf den Osten des Landes, doch jüngste Fälle in Kenia und Nigeria schüren die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung in der Region. Allein in der DR Kongo wurden inzwischen fast 5.000 Todesfälle verzeichnet.
Der Ausbruch kommt zu der seit Langem bestehenden und vernachlässigten humanitären Krise im Osten der DR Kongo hinzu. NRC ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Land tätig und beteiligt sich an der Bewältigung des Ebola-Ausbruchs, unter anderem in der am stärksten betroffenen Provinz Ituri. Die Organisation fordert dringend langfristige und koordinierte Anstrengungen, um Gemeinden zu schützen, den Zugang zu grundlegender Versorgung zu verbessern und auf die Bedürfnisse der vom Ausbruch und von Vertreibung betroffenen Menschen einzugehen.
„Wenn ich mich in Ituri umsehe, wird mir bewusst, wie schwer die Krankheit die Gemeinden trifft. Es ist erschütternd, wie viel noch getan werden muss, um diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen“, sagt Silvia Beccacece, Leiterin des NRC-Notfallteams. „Seit Jahren kämpfen die Familien hier mit den Folgen extremer Gewalt, Vertreibung und fehlender grundlegender Versorgung. Jetzt kommt Ebola noch hinzu – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Menschen kaum noch die Kraft haben, diese zusätzliche Belastung zu bewältigen. Die bisherigen Anstrengungen stehen in keinem Verhältnis zum enormen Ausmaß des Ausbruchs.“
Die Bekämpfung von Ebola erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden, humanitären Organisationen, Organisationen auf Gemeindeebene und internationalen Partnern. Entscheidend ist, dass die Hilfe so ausgeweitet wird, dass die Gemeinden im Mittelpunkt stehen und lokale Bräuche und Traditionen berücksichtigt werden. NRC fordert Geldgeber und Partner auf, ihre Unterstützung für humanitäre Einsätze in der DR Kongo zu verstärken, insbesondere in von dem Ausbruch und von Vertreibung betroffenen Gebieten.
„Die 10.000 bestätigten Fälle müssen als Weckruf dienen und deutlich machen, dass die bisherigen Hilfsmaßnahmen dem Ausbruch nicht ausreichend voraus sind und die Gemeinden nicht die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um die Übertragung des Virus unter Kontrolle zu bringen. Die Warnsignale sind für alle sichtbar. Jetzt kommt es darauf an, ob die Entscheidungsträger*innen sie ernst nehmen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen“, sagt Beccacece.
Hinweise für die Redaktionen:
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Die aktuelle Zahl der bestätigten Ebola-Fälle in der DR Kongo liegt bei 10.060, die Sterblichkeitsrate beträgt fast 50 Prozent (Nationales Institut für öffentliche Gesundheit). Der Ausbruch ist mittlerweile der größte und tödlichste in der Geschichte der DR Kongo.
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NRC ist in 19 betroffenen Regionen tätig und leistet gezielte Hilfe zur Eindämmung von Ebola in Ituri. Gleichzeitig wird die grundlegende humanitäre Hilfe in den betroffenen und besonders gefährdeten Gebieten aufrechterhalten.
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NRC verfolgt einen integrierten Ansatz, der Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle, Maßnahmen im Bereich Wasser und Sanitärversorgung (WASH) sowie Aktivitäten zur Risikokommunikation und Einbindung der Bevölkerung kombiniert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Schulen, um sicherzustellen, dass diese sicher betrieben werden können (NRC).
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Die DR Kongo steht seit zehn Jahren in Folge auf der Liste des NRC der am meisten vernachlässigten Vertreibungskrisen weltweit (NRC).
Für weitere Informationen oder um ein Interview zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an:
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Zoe-Marie Lodzik, Communication Adviser, NRC Deutschland: zoemarie.lodzik@nrc-hilft.de, +49 151 578 60663
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NRC Norwegian Refugee Council weltweite Medien-Hotline: media@nrc.no, +47 905 62 329
