Lesen Beschriftung Foto: Marjan Jesmi/NRC Flüchtlingshilfe

NRC Flüchtlingshilfe im Iran

Seit mehr als 40 Jahren bietet der Iran afghanischen Geflüchteten Zuflucht. Viele sind im Exil aufgewachsen. Der Iran ist das einzige Zuhause, das sie je kennengelernt haben.

Die humanitäre Lage

In den letzten 40 Jahren hat der Iran einer der größten Gruppen von Vertriebenen Zuflucht gewährt. Fast 800.000 afghanische Flüchtlinge besitzen verlängerbare Amayesh-Karten, also Aufenthaltsgenehmigungen, und gelten de facto als Flüchtlinge; 275.000 haben gültige iranische Visa und afghanische Pässe, und 1,5 bis 2 Millionen besitzen keine Papiere. Die iranische Politik gewährt Menschen mit Amayesh-Karten Zugang zur allgemeinen staatlichen Krankenversorgung und erlaubt afghanischen Kindern, auch denjenigen ohne Papiere, den Besuch öffentlicher Schulen. Wer eine Amayesh-Karte oder ein Visum besitzt, darf in bestimmten Berufskategorien arbeiten.

Trotz der Integrationspolitik des Iran und der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft haben afghanische Geflüchtete nach wie vor Schwierigkeiten, zuverlässige Einkommensquellen zu finden und zu halten. Das beeinträchtigt ihr Vermögen, eine Unterkunft zu finden, ihre Kinder zur Schule zu schicken und unter Umständen auch ihre Möglichkeiten, ihre Papiere und ihren Rechtsstatus rechtzeitig zu erneuern.

Das erneute Verhängen von Sanktionen durch die US-Regierung gegen den Iran im Jahr 2018 und die Covid-19-Pandemie haben die iranische Wirtschaft zusätzlich unter Druck gesetzt und die damit verbundenen Schwierigkeiten für alle afghanischen Flüchtlinge im Land nochmals verstärkt.

Der Iran ist darüber hinaus ein katastrophengefährdetes Land, das häufig von Erdbeben und Überschwemmungen heimgesucht wird, die zu Vertreibungen und Zerstörung führen können.

 

Der Einsatz von NRC Flüchtlingshilfe

Seit 2012 unterstützt NRC Flüchtlingshilfe sowohl vertriebene Afghaninnen und Afghanen im Iran als auch deren iranische Gastgebergemeinden. Wir setzen uns in neun Provinzen dafür ein, den Schutz und den Zugang zu grundlegender humanitärer Hilfe zu verbessern, und arbeiten mit unseren Teams in Afghanistan zusammen.

Seit April 2019 haben wir unsere Maßnahmen ausgeweitet, um Menschen zu helfen, die von den Überschwemmungen betroffen sind. Seit Anfang 2020 haben wir unsere Programme noch einmal erheblich erweitert, um auf die Covid-19-Pandemie zu reagieren.

Für weitere Informationen über unsere Arbeit, besuchen Sie bitte unsere internationale Webseite. Details zu NRC-Projekten, die von deutschen Gebern finanziert werden, finden Sie unter Partner und institutionelle Geber.

NRC Flüchtlingshilfe Iran ist dankbar für die großzügige Unterstützung durch unsere Geber

Norwegisches Außenministerium (NMFA)

Auswärtiges Amt Deutschland (GFFO)

Soforthilfeprogramm der australischen Regierung (DAP)

Europäische Union

Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO)

Schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Sida)

Dänische Behörde für internationale Entwicklungsarbeit (Danida)

Schweizer Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit (SDC)

Japanische Agentur für internationale Zusammenarbeit (JICA)

Außenministerium des Vereinigten Königreichs (FCDO)

Kontakt

Landesleitung

Olivier Vandecasteele

Phone

+98 21 8806 6173