Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben am späten Montagabend, dem 10. August 2026, die Trümmer eines Gebäudes in Cali, Kolumbien. Foto: Federico Rios/The New York Times/NTB

Kolumbien: Tödliches Erdbeben verschärft die ohnehin prekäre humanitäre Lage

Tausende Menschen haben infolge des Erdbebens am Montag in Kolumbien ihr Zuhause verloren und sind auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen.
Pressemitteilung
Kolombien
Veröffentlicht 12. Aug. 2026

„Es ist eine Tragödie. Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Familien der Menschen, die ums Leben gekommen sind, und dem gesamten Land“, sagt Giovanni Rizzo, Landesdirektor des Norwegian Refugee Council (NRC) in Kolumbien.

Nach einem der stärksten Erdbeben der letzten zehn Jahre hat die Regierung den nationalen Katastrophenfall ausgerufen.

Am stärksten betroffen sind die westlichen und zentralwestlichen Departamentos Caldas, Chocó, Quindío, Risaralda und Valle del Cauca.

Nach vorläufigen Einschätzungen sind mehr als 180 Menschen ums Leben gekommen, 1.300 weitere wurden verletzt. Mehr als 1.575 Wohnhäuser wurden beschädigt, 61 Gebäude sind eingestürzt und mindestens 84 Gesundheitseinrichtungen sowie 550 Bildungseinrichtungen wurden beschädigt oder anderweitig in Mitleidenschaft gezogen. Auch Straßen wurden beschädigt und mindestens sieben Flughäfen geschlossen.

„Die aktuellen Zahlen sind vorläufig und werden voraussichtlich steigen, sobald wir einen besseren Überblick über die Auswirkungen haben. Es besteht ein dringender Bedarf an humanitärer Hilfe. Dazu werden voraussichtlich Wasser, Lebensmittel, vorübergehende Unterkünfte und Gesundheitsversorgung gehören“, fügt Rizzo hinzu.  „Mehrere NRC-Kolleg*innen sind selbst betroffen. Einige von ihnen haben Schäden an ihren Häusern erlitten und warten darauf, zu erfahren, ob eine Rückkehr sicher ist. Diese Realität teilen derzeit Tausende Menschen im ganzen Land.“

Die Schäden sind weitreichend. Die oberste Priorität des Landes ist es derzeit, das Leben der Dutzende Menschen zu retten, die noch unter eingestürzten Gebäuden eingeschlossen sind oder als vermisst gelten.

„Eine gute Koordination wird entscheidend sein, damit wir wirksam auf die von nationalen und lokalen Behörden sowie von den betroffenen Gemeinden ermittelten Bedarfe reagieren können. Wir stehen bereit, um die Menschen zu unterstützen, die Hilfe am dringendsten benötigen“, sagt Rizzo.

„Dieses Erdbeben verschärft die ohnehin schon prekäre humanitäre Lage und es besteht Bedarf an zusätzlicher Unterstützung für die humanitären Hilfsmaßnahmen.“

Hinweise für die Redaktionen: 

  • Ein verheerendes Erdbeben erschütterte am Montag, den 10. August, den Westen Kolumbiens.
  • Betroffen sind Antioquia, Boyacá, Cauca, Caldas, Cundinamarca, Chocó, Huila, Putumayo, Quindío, Risaralda, Tolima und Valle del Cauca (UN OCHA).
  • Vorläufigen Angaben zufolge kamen mehr als 181 Menschen ums Leben und 1.310 wurden verletzt (Verband der kolumbianischen Hauptstädte). 
  • 1.575 Wohnhäuser wurden beschädigt, 61 Gebäude sind eingestürzt und mindestens 20 Gesundheitseinrichtungen sowie 550 Bildungseinrichtungen wurden beschädigt oder anderweitig beeinträchtigt. Auch Straßen wurden beschädigt und mindestens sieben Flughäfen geschlossen (Verband der kolumbianischen Hauptstädte, UN OCHA).
  • Zu den dringendsten humanitären Prioritäten gehören sichere, vorübergehende Unterkünfte, Ausstattungen für Notunterkünfte und Zugang zu sauberem Trinkwasser für betroffene Familien sowie für Familien, deren Häuser unbewohnbar geworden sind. Hinzu kommt die Verteilung von Lebensmitteln sowie spezialisierte psychische und psychosoziale Unterstützung (UN OCHA).
  • Tausende Kinder wurden bereits über die vorübergehende Aussetzung des Unterrichts informiert. Entscheidend wird es sein, so schnell wie möglich sichere Räume bereitzustellen, damit sich Kinder und Lehrkräfte emotional erholen können und in dieser Zeit die notwendige Unterstützung erhalten.
  • NRC ist seit 2005 in Kolumbien tätig und unterstützte im vergangenen Jahr mehr als 143.000 Menschen im ganzen Land (NRC). 

Für weitere Informationen oder um ein Interview zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an:

  • Ana Milena Ayala Sanchez, Advocacy and Communication Officer, NRC in Kolumbien: ana.ayala@nrc.no, +57 3232746021
  • Zoe-Marie Lodzik, Communication Adviser, NRC Deutschland: zoemarie.lodzik@nrc-hilft.de, +49 151 578 60663
  • NRC Norwegian Refugee Council weltweite Medien-Hotline: media@nrc.no, +47 905 62 329