Hier sind fünf Krisen, die Sie im Jahr 2026 kennen sollten

Im Sudan haben Hunderttausende Menschen in Tawila, Nord-Darfur, Zuflucht gesucht. Foto: NRC
Ein neues Jahr hat begonnen, doch die anhaltenden humanitären Krisen erfordern nach wie vor entschlossenes Handeln. Im Jahr 2026 sehen sich viele Regionen mit Herausforderungen konfrontiert, die weltweite Aufmerksamkeit erfordern.
Veröffentlicht 07. Jan. 2026
Global Afghanistan DR Kongo Palästina Sudan

Erfahren Sie mehr über fünf zentrale humanitäre Krisen, die wir im kommenden Jahr besonders im Blick behalten müssen.

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Besetzte palästinensische Gebiete  

Vertriebene Palästinenser*innen kehren in den Norden Gazas zurück. Foto: Amjad al Fayoumi/NRC

Zwar trat im Oktober ein fragiler Waffenstillstand in Gaza in Kraft, doch die Zivilbevölkerung benötigt weiterhin dringend Lebensmittel, Medikamente, Unterkünfte, sauberes Wasser und andere lebenswichtige Güter und Dienstleistungen.

In den vergangenen zwei Jahren der Feindseligkeiten wurden mehr als 70.000 Palästinenser:*innen getötet und 170.000 verletzt – und die Zahl der Todesopfer steigt weiter an. 1,9 Millionen Menschen, das entspricht rund 90 Prozent der Bevölkerung, wurden gewaltsam vertrieben, viele von ihnen mehrfach. Die anhaltenden Restriktionen der israelischen Behörden verschärfen die humanitäre Krise weiter.

Im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, ist die größte Vertreibungskrise seit 1967 im Gange. Mehr als 35.000 Palästinenser*innen wurden durch israelische Militäroperationen, Gewalt durch Siedler*innen und Zerstörungen vertrieben.

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Sudan

Vertriebene Kinder im Sudan nehmen an NRC's Better Learning Programme teil, das ihnen helfen soll, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Foto: NRC

 

Die Menschen im Sudan erleben seit über 1.000 Tagen Krieg. In einigen Regionen wurde eine Hungersnot bestätigt, während weitere Millionen Menschen von extremem Hunger betroffen sind.

Zivilist:*innen, die versuchen, der Gewalt zu entkommen, werden geplündert, vergewaltigt, erpresst oder hingerichtet – häufig gezielt aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit.

Landesweit wurden mehr als 14 Millionen Menschen vertrieben, während gleichzeitig Wohnhäuser, Märkte, Krankenhäuser und Schulen zerstört werden. Der humanitäre Zugang wird zunehmend erschwert, sodass Millionen Menschen Hunger, Krankheiten und wachsenden Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind.

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Demokratische Republik Kongo  

Die 25-jährige Joséphine suchte einige Jahre lang Zuflucht in Uganda. Nun ist sie in die DR Kongo zurückgekehrt und lebt in Plaine Savo, wo sie keine humanitäre Hilfe erhält. Foto: Marion Guenard/NRC

 

Zu Beginn des Jahres 2026 steht die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) vor einer der größten und dennoch am meisten übersehenen humanitären Krisen der Welt: 5,7 Millionen Menschen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Im Osten des Landes führen erneute Kämpfe zu weiteren Vertreibungen, und vertriebene Familien haben nur begrenzten Zugang zu Nahrung, Unterkünften und Schutz.

Trotz des Ausmaßes und der Dauer der Krise bleibt die internationale Aufmerksamkeit alarmierend gering, ebenso wie die Finanzierung. Während der Bedarf weiter steigt und die Ressourcen schrumpfen, drohen im Jahr 2026 Millionen Menschen ohne Unterstützung zu bleiben. Die Welt kann es sich nicht leisten, weiterhin vor dieser Krise die Augen zu verschließen.

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Afghanistan

Der 53-jährige Wazeerkhan trägt ein Bett zu seiner verletzten Mutter, die bei dem verheerenden Erdbeben im August verletzt wurde. Foto: Maisam Shafiey/NRC

 

Rund vier Jahre nach der Machtübernahme der Taliban und nach Jahrzehnten des Konflikts steht die Bevölkerung Afghanistans weiterhin vor wachsenden Herausforderungen. Wirtschaftliche Not, zunehmende Abschiebungen aus dem Iran und Pakistan, die Folgen des Klimawandels und schwerer Erdbeben sowie massive Einschränkungen der Rechte von Frauen und Mädchen lassen die Bedürfnisse vor Ort weiter steigen.

Gleichzeitig sind die Finanzmittel und die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft drastisch zurückgegangen. Dadurch haben viele Afghan*innen keinen Zugang mehr zu den grundlegendsten Dienst- und Hilfsleistungen.

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Kürzungen der Finanzmittel

Mehr als 300.000 Menschen in Somalia haben aufgrund der Einschränkung der Wassertransporte und der Sanitärversorgung keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser. Foto: Abdulkadir Mohamed/NRC


Im Jahr 2026 werden etwa 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Aufgrund internationaler Kürzungen der Finanzmittel wird jedoch voraussichtlich weniger als die Hälfte dieser Menschen die benötigte Hilfe erhalten. Die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Geberländer zählen zu den Ländern, die ihre Mittel für Auslandshilfe gekürzt haben. Dies führt zu einer Krise, unter deren Folgen insbesondere die Schutzbedürftigsten leiden werden.

Angesichts einer Rekordzahl von vertriebenen Menschen weltweit müssen die Geber jetzt mehr tun – nicht weniger. Wer wird handeln?  

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