Erfahren Sie mehr über fünf zentrale humanitäre Krisen, die wir im kommenden Jahr besonders im Blick behalten müssen.
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Besetzte palästinensische Gebiete

Zwar trat im Oktober ein fragiler Waffenstillstand in Gaza in Kraft, doch die Zivilbevölkerung benötigt weiterhin dringend Lebensmittel, Medikamente, Unterkünfte, sauberes Wasser und andere lebenswichtige Güter und Dienstleistungen.
In den vergangenen zwei Jahren der Feindseligkeiten wurden mehr als 70.000 Palästinenser:*innen getötet und 170.000 verletzt – und die Zahl der Todesopfer steigt weiter an. 1,9 Millionen Menschen, das entspricht rund 90 Prozent der Bevölkerung, wurden gewaltsam vertrieben, viele von ihnen mehrfach. Die anhaltenden Restriktionen der israelischen Behörden verschärfen die humanitäre Krise weiter.
Im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, ist die größte Vertreibungskrise seit 1967 im Gange. Mehr als 35.000 Palästinenser*innen wurden durch israelische Militäroperationen, Gewalt durch Siedler*innen und Zerstörungen vertrieben.
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Sudan

Die Menschen im Sudan erleben seit über 1.000 Tagen Krieg. In einigen Regionen wurde eine Hungersnot bestätigt, während weitere Millionen Menschen von extremem Hunger betroffen sind.
Zivilist:*innen, die versuchen, der Gewalt zu entkommen, werden geplündert, vergewaltigt, erpresst oder hingerichtet – häufig gezielt aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit.
Landesweit wurden mehr als 14 Millionen Menschen vertrieben, während gleichzeitig Wohnhäuser, Märkte, Krankenhäuser und Schulen zerstört werden. Der humanitäre Zugang wird zunehmend erschwert, sodass Millionen Menschen Hunger, Krankheiten und wachsenden Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind.
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Demokratische Republik Kongo

Zu Beginn des Jahres 2026 steht die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) vor einer der größten und dennoch am meisten übersehenen humanitären Krisen der Welt: 5,7 Millionen Menschen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Im Osten des Landes führen erneute Kämpfe zu weiteren Vertreibungen, und vertriebene Familien haben nur begrenzten Zugang zu Nahrung, Unterkünften und Schutz.
Trotz des Ausmaßes und der Dauer der Krise bleibt die internationale Aufmerksamkeit alarmierend gering, ebenso wie die Finanzierung. Während der Bedarf weiter steigt und die Ressourcen schrumpfen, drohen im Jahr 2026 Millionen Menschen ohne Unterstützung zu bleiben. Die Welt kann es sich nicht leisten, weiterhin vor dieser Krise die Augen zu verschließen.
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Afghanistan

Rund vier Jahre nach der Machtübernahme der Taliban und nach Jahrzehnten des Konflikts steht die Bevölkerung Afghanistans weiterhin vor wachsenden Herausforderungen. Wirtschaftliche Not, zunehmende Abschiebungen aus dem Iran und Pakistan, die Folgen des Klimawandels und schwerer Erdbeben sowie massive Einschränkungen der Rechte von Frauen und Mädchen lassen die Bedürfnisse vor Ort weiter steigen.
Gleichzeitig sind die Finanzmittel und die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft drastisch zurückgegangen. Dadurch haben viele Afghan*innen keinen Zugang mehr zu den grundlegendsten Dienst- und Hilfsleistungen.
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Kürzungen der Finanzmittel

Im Jahr 2026 werden etwa 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Aufgrund internationaler Kürzungen der Finanzmittel wird jedoch voraussichtlich weniger als die Hälfte dieser Menschen die benötigte Hilfe erhalten. Die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Geberländer zählen zu den Ländern, die ihre Mittel für Auslandshilfe gekürzt haben. Dies führt zu einer Krise, unter deren Folgen insbesondere die Schutzbedürftigsten leiden werden.
Angesichts einer Rekordzahl von vertriebenen Menschen weltweit müssen die Geber jetzt mehr tun – nicht weniger. Wer wird handeln?
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