UNRWA-Finanzierungskürzungen bedrohen das Leben der Palästinenser*innen, melden Nichtregierungsorganisationen

Veröffentlicht 29. Jan 2024
Als Hilfsorganisationen sind wir zutiefst besorgt und empört darüber, dass einige der größten Geberländer sich zusammengeschlossen haben, um die Finanzierung des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (United Nations Relief and Works Agency, UNRWA) auszusetzen, welches die wichtigste Hilfe für Millionen von Palästinenser*innen im Gazastreifen und in der Region leistet. Dies geschieht inmitten einer sich rasch verschlimmernden humanitären Katastrophe im Gazastreifen.

Die Aussetzung der Finanzierung durch Geberländer wirkt sich auf die lebensrettende Hilfe für mehr als zwei Millionen Zivilisten aus, von denen mehr als die Hälfte Kinder sind, die auf Unterstützung durch UNRWA angewiesen sind. Da Israel den Gazastreifen weiterhin willkürlich bombardiert und keine ausreichende Hilfe zulässt, leidet die Bevölkerung unter Hunger, ist von einer Hungersnot und Krankheitsausbrüchen bedroht.  

Wir begrüßen die rasche Untersuchung von UNRWA der angeblichen Beteiligung einiger weniger Mitarbeitenden an den Anschlägen vom 7. Oktober. Wir sind schockiert über die rücksichtslose Entscheidung, die Lebensader einer ganzen Bevölkerung zu kappen, und zwar ausgerechnet von den Geberländern, die eine Aufstockung der Hilfe für den Gazastreifen und den Schutz der humanitären Mitarbeitenden bei der Ausübung ihrer Arbeit gefordert hatten. Diese Entscheidung erfolgt, nachdem der Internationale Gerichtshof sofortige und wirksame Maßnahmen angeordnet hat, um die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza sicherzustellen. 

152 UNRWA-Mitarbeitende wurden bereits getötet und 145 UNRWA-Einrichtungen durch Bombardierungen beschädigt. UNRWA ist die größte humanitäre Organisation im Gazastreifen, und die von ihr geleistete humanitäre Hilfe kann nicht durch andere in Gaza tätige Organisationen ersetzt werden. Wenn die Aussetzung der Finanzierung nicht rückgängig gemacht wird, könnte die ohnehin schon eingeschränkte humanitäre Hilfe in Gaza völlig zusammenbrechen. 

Angesichts von über einer Million vertriebener Palästinenser*innen, die in 154 UNRWA-Unterkünften untergebracht sind, haben das Hilfswerk und die anderen Hilfsorganisationen ihre Arbeit unter nahezu unmöglichen Bedingungen fortgesetzt, um Nahrungsmittel, Impfungen und Trinkwasser bereitzustellen. Die Geberländer, die ihre Gelder aussetzen, riskieren, dass die Palästinenser*innen in der Region weiterhin auf lebenswichtige Nahrungsmittel, Wasser, medizinische Hilfe und Medikamente, Bildung und Schutz verzichten müssen. 

Wir fordern die Geberländer auf, ihre Unterstützung für die lebenswichtige Arbeit des UNRWA und seiner Partner zu erneuern, um den Palästinenser*innen zu helfen, eine der schlimmsten humanitären Katastrophen unserer Zeit zu überstehen. Die Geberländer müssen die Aussetzung der Finanzierung rückgängig machen, ihren Verpflichtungen gegenüber dem palästinensischen Volk nachkommen und humanitäre Hilfe für die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen und in der Region aufstocken. 

 

Unterzeichnet von: 

  • War Child Alliance 
  • ActionAid 
  • Norwegian Refugee Council (NRC Flüchtlingshilfe) 
  • Diakonia 
  • Oxfam 
  • Première Urgence Internationale 
  • Médecins du Monde Frankreich, Spanien, Schweitz, Kanada, Ärzte ohne Grenzen e. V. 
  • Danish Refugee Council 
  • Johanniter International Assistance 
  • The Association of International Development Agencies - Aida 
  • Humanity & Inclusion/ Handicap International (HI) 
  • INTERSOS 
  • CCFD-Terre Solidaire 
  • International Council for Voluntary Agencies 
  • Norwegian People's Aid 
  • Plateforme des ONG françaises pour la Palestine 
  • Norwegian Church Aid 
  • DanChurchAid 
  • American Friends Service Committee 
  • Caritas Internationalis 
  • Save the Children