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NRC Deutschland arbeitet seit dem Jahr 2017 mit institutionellen Gebern in Deutschland zusammen und hat seitdem umfangreiche Förderungen für Projekte weltweit erhalten. Dabei sind über die Jahre enge Partnerschaften entstanden, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichen und ein Engagement für Millionen von Menschen auf der Flucht stärken.
Veröffentlicht 28. Juli 2026
Global

Zu den Partner zählen das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Institutionelle Geber aus Deutschland leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtfinanzierung von NRC weltweit. Im Jahr 2025 lag der Anteil bei rund 9,3 Prozent, aufgeteilt auf das Auswärtige Amt (4,5 Prozent), das BMZ über die KfW (4,2 Prozent) und das BMZ über die GIZ (0,6 Prozent).

Gemeinsam mit institutionellen Partnern setzt sich NRC Deutschland außerdem politisch für die Rechte von Vertriebenen ein, häufig im Rahmen von Initiativen mit weiteren Nichtregierungsorganisationen (NGOs). NRC Deutschland steht dazu im regelmäßigen Austausch mit Ministerien, Vertreter*innen der Bundesregierung und Abgeordneten.

Ziel ist es, die programmatische Arbeit langfristig abzusichern und den Dialog zu zentralen Themen der humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zu stärken. Durch diesen Dialog, an dem oftmals auch NRC-Kolleg*innen aus den Regionen beteiligt sind, können Lösungsansätze für Menschen auf der Flucht sowie Reformen für das globale System erarbeitet werden.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Auswärtigen Amt und NRC Deutschland begann im Jahr 2018 mit einem Projekt im Jemen und entwickelte sich seitdem kontinuierlich weiter. Zwischen den Jahren 2023 und 2025 war NRC Deutschland der zweitgrößte Umsetzungspartner des Auswärtigen Amts unter den humanitären NGOs.

Die Zusammenarbeit umfasst die Bereiche Unterkunft, Ernährung, Zugang zu sauberem Wasser, Rechtsberatung sowie Schutz vor Gewalt. 

Darüber hinaus stärkt die Zusammenarbeit nicht nur einzelne humanitäre Projekte, sondern trägt auch zur Entwicklung des humanitären Systems insgesamt bei. So unterstützte das Auswärtige Amt in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen und Arbeitsbereiche von NRC, darunter die Nansen-Initiative und die Platform on Disaster Displacement. Ziel beider Formate ist es, einen Konsens zwischen Staaten über zentrale Grundsätze und Elemente zum Schutz von Menschen zu erreichen, die aufgrund von Naturkatastrophen – einschließlich durch den Klimawandel verursachter Ereignisse – über internationale Grenzen hinweg vertrieben werden.

Das Auswärtige Amt ermöglichte zudem die Bereitstellung unabhängiger humanitärer Analysen durch ACAPS. ACAPS ist ein gemeinnütziges, nichtstaatliches Projekt, das seit seiner Gründung im Jahr 2009 humanitäre Krisen beobachtet und analysiert, um humanitäre Maßnahmen besser planen und umsetzen zu können.

Über CashCap, einen Teil von NORCAP, unterstützte das Auswärtige Amt zudem die Entsendung von Expert*innen für Geldleistungen, Gutscheine und Märkte. NORCAP ist das weltweite Kompetenzzentrum von NRC für humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung.

Ein weiterer Bereich ist die Arbeit des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC). Das in Genf ansässige IDMC ist das weltweit führende Zentrum zur Erfassung, Beobachtung und Analyse von Binnenvertreibung infolge von Konflikten, Gewalt und Naturkatastrophen und stellt dazu eine umfassende globale Datenbank bereit.Ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft ist der regelmäßige fachliche Austausch über humanitären Zugang, die Wahrung humanitärer Prinzipien sowie die Stärkung und Weiterentwicklung des globalen humanitären Systems.

KfW

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist seit vielen Jahren ein wichtiger strategischer Partner des NRC auf globaler Ebene. Bislang erfolgte die Förderung vor allem indirekt, beispielsweise durch die KfW, die GIZ, den Education Cannot Wait (ECW) sowie verschiedene Organisationen der Vereinten Nationen, die diese Zuwendungen weitervergaben.

Mit der erfolgreichen Trägerprüfung im Jahr 2025, in der die Partner auf ihre formale und fachliche Eignung geprüft werden, wurde die Zusammenarbeit auf eine neue Ebene gehoben: Seit 2026 fördert das BMZ erstmals Projekte von NRC Deutschland direkt. Damit baut die Partnerschaft auf einem langjährigen gemeinsamen Engagement für von Konflikten, Vertreibung und Krisen betroffene Menschen auf.

Das BMZ und NRC verbindet das Ziel, den Übergang von humanitärer Hilfe zu langfristiger Unterstützung so zu gestalten, dass nachhaltige Perspektiven für Menschen auf der Flucht entstehen. Neben der finanziellen Förderung zeichnet sich die Partnerschaft durch einen kontinuierlichen fachlichen Austausch aus. In verschiedenen Dialogformaten bringen beide Seiten ihre Erfahrungen und Expertise zu humanitären und entwicklungspolitischen Herausforderungen ein.

Regelmäßige Besuche von Mitarbeitenden aus den Länderbüros ermöglichen vertiefende Gespräche mit dem BMZ über die Situation in den Ländern, in denen NRC tätig ist. Dies trägt dazu bei, gemeinsame Ansätze für wirksame und nachhaltige Unterstützung weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit an den jeweiligen Bedingungen vor Ort auszurichten.


KfW

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist ein wichtiger langjähriger  Partner von NRC. Während die Zusammenarbeit zunächst vor allem im Nahen Osten realisiert wurde, konnte sie in den vergangenen Jahren auch erfolgreich auf verschiedene Länder in Afrika ausgeweitet werden.

Ein besonderer Schwerpunkt der Partnerschaft liegt auf den Themen Land-, Wohn- und Eigentumsrechte im Rahmen der Rechtsberatung. In diesen Bereichen bringen NRC und die GIZ ihre jeweiligen Erfahrungen und Kompetenzen ein, um den Zugang zu Rechten zu stärken und langfristige Perspektiven für vertriebene Menschen und aufnehmende Gemeinden zu schaffen.

Auch in Deutschland wird die Zusammenarbeit kontinuierlich weiterentwickelt. So tauschen sich NRC Deutschland und die GIZ etwa im Zuge eines strukturierten Partnership-Management-Prozesses regelmäßig zu fachlichen Themen, gemeinsamen Interessen und Veranstaltungen aus. Darüber hinaus stehen das GIZ Data Lab und das Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) des NRC in engem fachlichen Austausch zu Daten, Analysen und Entwicklungen im Bereich Binnenvertreibung. Das GIZ Data Lab bringt Praktiker und Kreative zusammen, um eine effektive, faire und verantwortungsvolle Nutzung digitaler Daten für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Die Partnerschaft verbindet langjährige operative Zusammenarbeit mit strategischem Dialog und gemeinsamer fachlicher Weiterentwicklung – mit dem Ziel, die Unterstützung für Menschen, die von Krisen und Vertreibung betroffen sind, nachhaltig zu verbessern.

KfW

NRC arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf globaler Ebene zusammen. Die Zusammenarbeit zwischen der KfW und NRC global begann im Jahr 2016 mit einem Projekt im Libanon. Daraus hat sich eine enge Partnerschaft entwickelt, die heute in mehreren Ländern wirkt. NRC Deutschland übernahm die Partnerschaft im Jahr 2017.

Im Libanon unterstützte NRC zunächst die Instandsetzung von Wohnraum und wichtiger Infrastruktur sowie die Integration von geflüchteten Kindern ins libanesische Schulsystem. Die Hilfe richtete sich sowohl an Aufnahmegemeinden als auch an Binnenvertriebene und Geflüchtete. Der dort entwickelte Projektansatz hat sich bewährt und wurde seitdem in weiteren Ländern kontextbezogen erfolgreich umgesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Partnerschaft ist die Rechtsberatung. NRC unterstützt Menschen dabei, wichtige Unterlagen zu sichern, zu beantragen oder rechtlich anerkennen zu lassen. Dazu zählen unter anderem Mietverträge, Personaldokumente sowie Nachweise über Land- und Erbrechte. Derzeit bietet NRC, finanziert durch die KfW im Auftrag des BMZ, Rechtsberatung in der Ukraine, in Libyen und im Sudan an. In Syrien, im Jemen und im Irak arbeiten NRC im Auftrag der KfW und finanziert durch Mittel des BMZ mit lokalen Organisationen im Rahmen der NABNI Initiative zusammen. Die Organisationen vor Ort setzen Infrastrukturprojekte um und setzen sich für den sozialen Zusammenhalt der Gemeinden ein. NRC und die KfW arbeiten mit den gemeinsamen Projekten auch am „Humanitarian Development and Peace Nexus“. Dieser verbindet Nothilfe, langfristige Entwicklungsarbeit und den Aufbau von Perspektiven für Frieden. So werden die Ziele der KfW und des BMZ, die Lebensbedingungen von Menschen in schwierigen Situationen nachhaltig zu verbessern, in die Praxis umgesetzt.

KfW

      

Institutionelle Geber im Jahr 2025